EMAS - Eco Management and Audit Scheme

EMAS steht für „Eco Management and Audit Scheme“ und ist ein freiwilliges Umweltmanagementsystem (UMS) sowohl für private Unternehmen als auch Organisationen des öffentlichen Sektors innerhalb der Europäischen Union (EU). Die gesetzliche Grundlage für die EMAS liefert die EU-Verordnung 761/2001 über die freiwillige Beteiligung von Organisationen an einem Gemeinschaftssystem für das Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung, welche von den einzelnen Mitgliedsländern in das nationale Umweltmanagementgesetz (UMG) umzusetzen ist. Sie wurde zuletzt durch EU-Verordnung 196/2006 vom 03.02.2006 geändert wurde und ist am 23.02.2006 in Kraft getreten.

Das Ziel von EMAS ist die kontinuierliche Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes, das Beseitigen ökologischer und ökonomischer Schwachstellen in Organisationen und der schonende und effiziente Umgang mit Ressourcen wie Material und Energie und eine damit verbundene Reduktion der Kosten für die Organisation.

Dies soll erreicht werden durch:

  • Schaffung und Anwendung eines UM-Systems durch Organisationen und einer systematischen, objektiven und wiederkehrenden Bewertung.
  • Information und Kommunikation mit der Öffentlichkeit und anderer mit dem Untenehmen verbundener Interessensgruppen.
  • Aktive Einbeziehung der MitarbeiterInnen in den Organisationen.
  • Adäquate Aus- und Weiterbildung der MitarbeiterInnen.

 

Motivation und Nutzen

Das Umweltmanagementsystem EMAS bringt neben der Reduktion von Kosten durch effizienteren Umgang mit Ressourcen und der Verbesserung des Unternehmensimage in der Öffentlichkeit weitere Vorteile:

  • Vertrauen: Durch die Einführung von EMAS wird Transparenz und Glaubwürdigkeit durch unabhängige Umweltgutachterprüfungen hergestellt und so das Vertrauen in das Unternehmen gestärkt. Durch die Einbeziehung der MitarbeiterInnen wird das Verantwortungsbewusstsein jedes Einzelnen hinsichtlich des betrieblichen Umweltschutzes geschärft.
  • Rechtsicherheit: Das Umweltmanagementsystem EMAS sorgt für mehr Rechtssicherheit, indem es als präventives Instrument des Umweltschutzes, umweltbewussten, innovativen Organisationen ermöglicht, Rechtskonformität durch "Legal Compliance" zu wahren.
  • Verwaltungsvereinfachung: Mit dem Umweltmanagementgesetz 2001 wurden zahlreiche Verwaltungsvereinfachungen für EMAS-Organisationen umgesetzt. Beispielsweise unterliegen Änderungen bei Anlagen von EMAS-Betrieben nun unter bestimmten Voraussetzungen einem vereinfachten Anzeigeverfahren. Unternehmen, die eine erste Umweltbetriebsprüfung gemäß der EMAS-Verordnung abgeschlossen haben, können einen sogenannten "konsolidierten Genehmigungsbescheid" beantragen. Dieser fasst alle nach bundesrechtlichen Umweltvorschriften erlassenen Genehmigungen für eine Anlage in einem Bescheid zusammen.

 

7 Schritte zur EMAS

Um am EMAS-System teilzunehmen sind folgende sieben Schritte erforderlich:

1.) Umweltprüfung:
Die Umweltprüfung (Ist-Zustands-, Schwachstellenanalyse und erste Erfolgsbilanz einer Organisation) stellt eine erste umfassende Bestandsaufnahme der Umweltauswirkungen der Organisation und deren Bewertung dar. Im Rahmen der Umweltprüfung sind neben den direkten Umweltaspekten (Emissionen, Ableitungen, Abfälle, Ressourcenverbrauch, Verkehr, u.a.) auch indirekte (Umweltleistung von Lieferanten und Auftragnehmern oder Umweltauswirkungen über den gesamten Lebenszyklus eines Produkts) Aspekte zu berücksichtigen.

2.) Umweltpolitik:
Die Umweltpolitik bildet den Rahmen zur Festlegung und Prüfung der Umweltziele, einschließlich der Einhaltung aller einschlägigen Umweltvorschriften. In der Umweltpolitik verpflichtet sich die Organisation zur kontinuierlichen Verbesserung der Umweltleistung.

3.) Umweltmanagementsystem:
Im Rahmen der Einführung eines Umweltmanagementsystem werden Verhaltensweisen, Vorgehensweisen, Aufgaben, Verantwortungsbereiche, Befugnisse und Prozessabläufe festgelegt, um die Überprüfung und Erreichung der Umweltziele und die Fortführung des Umweltprogramms sicherzustellen. Nach der EMAS-Verordnung hat das UM-System neben den Anforderungen des Abschnitts 4 der ISO 14001:2004 auch nachfolgende Kriterien zu erfüllen:

  • Einhaltung der Rechtsvorschriften
  • Externe Kommunikation und Beziehungen
  • Einbeziehung der Arbeitnehmer

4) Interne Umweltbetriebsprüfungen:
Die Umweltbetriebsprüfung ist ein wichtiges internes Steuerungs- und Kontrollinstrument. Dabei wird das bestehende Umweltmanagementsystem bewertet, die Übereinstimmung mit der Umweltpolitik und den Umweltzielen der Organisation, die Einhaltung der einschlägigen Umweltvorschriften und die Ausrichtung der Organisation auf die wesentlichen Aspekte an der tatsächlichen Umweltleistung geprüft. Im Anschluss an die Umweltbetriebsprüfung erfolgt die Erstellung und Umsetzung eines Plans für Korrekturmaßnahmen.

5) Umwelterklärung:
Die Voraussetzung für eine Eintragung der Organisation in den EMAS-Register ist die Erstellung einer Umwelterklärung, die vom Umweltgutachter für gültig erklärt werden muss. Ziel der Umwelterklärung ist es, die Öffentlichkeit und andere interessierte Kreise über die Umweltauswirkungen und die Umweltleistung der Organisation sowie über die kontinuierliche Verbesserung dieser Umweltleistung zu informieren. Diese konsolidierte Umwelterklärung muss alle drei Jahre in gedruckter Form vorliegen. In den Jahren dazwischen sind die, in der Umwelterklärung enthaltenen Informationen, zu aktualisieren und müssen vom Umweltgutachter für gültig erklärt werden.

6) Umweltgutachter:
Die Einhaltung aller Vorschriften der EMAS-Verordnung wird durch einen zugelassenen und unabhängigen Umweltgutachter geprüft. Die Umwelterklärung wird vom Umweltgutachter erst dann für gültig erklärt, wenn alle Anforderungen der Verordnung erfüllt sind. Der Umweltgutachter hat seine einschlägigen beruflichen Kenntnisse und Erfahrungen in einem strengen Zulassungsverfahren gemäß den Vorgaben der Verordnung und des nationalen Begleitgesetzes (UMG) nachzuweisen und wird durch die Zulassungsstelle in seiner Tätigkeit beaufsichtigt und überwacht. Voraussetzung dafür ist u.a. eine mindestens vierjährige Tätigkeit im Bereich Aufbau und Implementierung von Umweltmanagementsystemen, Umweltbetriebsprüfungen oder vergleichbaren betrieblichen Umweltschutzangaben.

7) Eintragung in das EMAS-Register:
Nach Übermittlung und positiver Prüfung der Umwelterklärung durch das Umweltbundesamt, kann die Eintragung in das EMAS-Register vorgenommen werden. Dadurch erhält das Unternehmen das Recht zur Führung des EMAS Logos, das in der gesamten EU verwendet wird.

 

EMAS und ISO 14001:2004 im Vergleich

Aus unternehmensstrategischer Sicht besteht der größte Unterschied darin, dass EMAS nur innerhalb der Europäischen Union (EU) gilt, ein ISO 14001:2004 Zertifikat dagegen weltweit Gültigkeit besitzt. Für international operierende Unternehmen oder Zulieferbetriebe global tätiger Konzerne ist daher meist die ISO-Norm das System der Wahl.

Die beiden Programme unterscheiden sich vor allem darin, wie die Umwelteinwirkungen, die Umweltleistungen und das Managementsystem nach außen kommuniziert werden. Bei EMAS ist dafür eine öffentliche, detaillierte Umwelterklärung mit allen konkreten Maßnahmen und Daten verpflichtend vorgesehen. Bei ISO 14001:2004 zertifizierten Unternehmen muss lediglich die Umweltpolitik öffentlich publiziert werden. Diese unten angeführte Tabelle gibt genauer Aufschluss über die Unterschiede zwischen beiden UM-Systemen:

 

Ausblick auf EMAS III

Gegenwärtig wird an der Novelle zu EMAS III gearbeitet, die voraussichtlich Anfang 2010 veröffentlicht werden soll. Durch die Überarbeitung der EMAS-Verordnung soll die Effizienz des Systems und die Attraktivität für seine Anwender verbessert werden. Am 2. April 2009 hat das Europäische Parlament in erster Lesung der Novelle der EMAS-Verordnung zugestimmt.

Folgende wesentliche Änderungen sind zu erwarten:

  • DieTeilnahme von Organisationen außerhalb der EU wird unter bestimmten Bedingungen möglich sein. Dabei können sich die Organisationen nur in dem Mitgliedstaat registrieren lassen, in dem der prüfende Umweltgutachter zugelassen ist. Die EU-Kommission wird einen Leitfaden für die Registrierung außereuropäischer Standorte erarbeiten.
  • Die „Umwelterklärung" und die „aktualisierte Umwelterklärung" werden beibehalten. Der im Entwurf vorgesehene Umweltleistungsbericht entfällt.
  • Die Darstellung der wesentlichen direkten Umweltauswirkungen wird präzisiert durch Kernindikatoren in den Bereichen Energieeffizienz, Materialeffizienz, Wasser, Abfall, Flächenverbrauch und Emissionen. Von den Kernindikatoren kann abgewichen werden, falls diese für die Darstellung der Umweltaspekte nicht entscheidend sind.
  • Kleine Organisationen können auf Antrag bei den zuständigen Stellen nur alle vier Jahre eine validierte komplette Umwelterklärung und alle zwei Jahre eine validierte Aktualisierung der Umwelterklärung vorlegen. Dadurch ergeben sich Erleichterungen für Unternehmen und Einrichtungen mit 50 bis 250 Mitarbeitern. Eine nicht validierte Aktualisierung der Umwelterklärung ist jedoch in jedem Fall jährlich den zuständigen Stellen zu übergeben.
  • Eine weitere Entlastung, die vorwiegend KMU betreffen wird, stellt die Möglichkeit der förmlichen Anerkennung oder Teilanerkennung zertifizierter UM-Systeme oder -ansätze dar. Dieses Verfahren können die Mitgliedstaaten bei der EU-Kommission beantragen.
  • Das EMAS-Logo wird in der Erscheinungsform aufrechterhalten, jedoch wird es nur noch ein Logo mit dem Zusatz „geprüftes Umweltmanagement" geben.
  • Die Mitgliedstaaten sind dazu verpflichtet, die Verbreitung von EMAS insbesondere bei KMU zu fördern. Dabei sollen auch sektor- bzw. branchenspezifische Referenzdokumente eine Hilfestellung bieten, die von der EU-Kommission in den nächsten Jahren erstellt werden.

 

Unsere Leistungen

  • Durchführung der ersten Umweltprüfung (Aufnahme des IST-Zustandes, Schwachstellenanalyse) und Präsentation der Ergebnisse.
  • Einführung der am Projekt beteiligten MitarbeiterInnen.
  • Beratung und Unterstützung beim Aufbau bzw. Anpassung Ihres UM-Systems gemäß den Anforderungen der EMAS: - Erstellung der geforderten Verfahren, Anweisungen und Hilfsmittel. - Erstellung der Umwelterklärung, Umweltziele und –Programme, Rechtsregister. - Aufbau des Umweltcontrollings (Umweltkennzahlen, Umweltbilanz).- Durchführung und Auswertung von internen Audits und der Managementbewertung.
  • Unterstützung bei der Erhebung und Planung von Mitarbeiterschulungen sowie Durchführung von Mitarbeiterschulungen.
  • Angebotslegung für die Zertifizierung des UM-Systems durch unseren langjährigen Partner BUREAU VERITAS.
  • Unterstützung während des gesamten Zertifizierungsprozesses.

Für nähere Informationen zu unseren Leistungen in diesem Bereich kontaktieren Sie bitte den Ansprechpartner der WINTER MANAGEMENT CONSULTING GmbH per E-Mail office@winter-m-consulting.at oder telefonisch unter folgender Nummer: +43 (3858) 3848-11.