Notfall-, Räumungs- und Evakuierungskonzepte

Die geplante und in allen Ablaufphasen durchdachte und vorbereitete Räumung oder Evakuierung eines Unternehmens oder mehrgeschossigen Gebäudes gehört bei plötzlich auftretenden Unglücksereignissen (Brand, Explosionsgefahr, Freisetzung giftiger, ätzender oder brennbarer Arbeitsstoffe, Naturkatastrophe) zu den wirksamsten Maßnahmen der Notfallabwehr. Im Falle einer Bombendrohung gegen ein Unternehmen oder gegen ein öffentliches Gebäude (Bank, Einkaufszentrum, etc.) kann eine rasch ablaufende Gebäuderäumung die einzige sichere Möglichkeit zur Rettung von Menschenleben sein.

Anders kann eine Gebäuderäumung /-evakuierung selbst zur Ursache einer Katastrophe werden, wenn z.B. die Räumung bzw. Evakuierung unter dem Zwang der Ereignisse ungeplant und überhastet durchgeführt werden muss und die bedrohten Menschen sich durch eine panische Flucht in schwere Gefahr bringen und im schlimmsten Fall zu Tode kommen.

 

Beispiele für Notsituationen

  • Berg-Isel Stadion in Innsbruck 1999 (Evakuierung mit Panik)
    Auch in Österreich kam es vor wenigen Jahren zu einem Unglück, bei dem Menschen sterben mussten, weil die Fluchtwege versagten. 1999 starben bei einer Massenpanik nach dem Air & Style Contest im Innsbrucker Berg-Isel Stadion 5 junge Frauen. Das Unglück ereignete sich, als die Besucher nach der offiziellen Siegerehrung alle gleichzeitig das Gelände verlassen wollten. Dabei kam es im Westsektor zu einer Verstopfung des Ausganges E3, bei dem mehrer Wege zusammentreffen und Besucher sogar eine 180 - Grad Kurve bewältigen müssen. Durch die nachströmenden Massen kam es zu einer Verdichtung im Bereich der bergabwärts führenden Wege und in weiterer Folge zu einer Überfüllung. Einige Menschen kamen auf dem rutschigen Boden zu Sturz, und es war ihnen unter dem Druck der nachströmenden Menschen unmöglich, wieder aufzustehen. Ein 3m hoher Begrenzungszaun wurde eingedrückt und mehrere Menschen stürzten eine Böschung hinab. Nur zwei benutzbare Ausgänge erwiesen sich als zu wenig für das enorme Fassungsvermögen, Zu- und Abgänge waren zu schmal, abschüssig, teilweise nicht gut ausgeleuchtet und entsprachen nicht den brandschutztechnischen Anforderungen. Das Schistadion wurde als Konsequenz dieses Unfalls vollkommen neu geplant und gebaut.
  • TWA-843 von New York nach San Francisco; Absturz 1992 (Evakuierung ohne Panik)
    292 Personen wurden innerhalb von 180 Sekunden aus einem brennenden Flugzeug evakuiert.
  • Bombenattentat auf das World Trade Center in New York 1993 (Evakuierung ohne Panik)
    50.000 Personen wurden innerhalb von 4 Stunden evakuiert.

 

Begriffsbestimmung - Räumung und Evakuierung

Zur begrifflichen Darlegung ähnlicher Sachverhalte, die jedoch unterschiedliche Einsatzmaßnahmen erfordern, werden die Begriffe Räumung und Evakuierung verwendet:

Räumung ist das schnelle In-Sicherheit-Bringen von Personen aus einem akut gefährdeten Bereich. Bei der Räumung (vorsorgliche Maßnahme) ist die Gefährdung abzusehen, die möglichen Schäden sind in ihrem Ausmaß begrenzt und eine Wiederbelebung des Gebäudes ist anzusehen. Die Funktion des Gebäudes, des Betriebsbereiches ist in kurzer Zeit wieder möglich.

Evakuierung ist das längerfristige Verbringen von Personen aus einem gefährdeten oder zerstörten Bereich in einen intakten Bereich mit gleichwertiger Versorgungsmöglichkeit aufgrund einer übergeordneten Entscheidung, d.h. geordnete Verlegung von Menschen und Tieren aus einem gefährdeten Bereich bzw. Gebiet. Bei einer Evakuierung (langfristige oder endgültige Maßnahme) ist die Gefährdung in ihrem Ausmaß nicht abzusehen- der Schaden kann unbegrenzt groß sein.

 

Phasen beim Aufbau eines Notfall- und Evakuierungskonzeptes

Für den Aufbau eines Notfall- und Evakuierungskonzeptes werden folgende Phasen durchlaufen:

  • Analyse des bestehenden Notfallmanagements und der definierten Schutzmaßnahmen.
  • Ausarbeitung der Evakuierungsordnung.
  • Aufbau von Ablaufplänen zur Bewältigung verschiedener Bedrohungen.
  • Planung und Vorbereitung von Evakuierungsübungen.
  • Die Erstellung von Flucht- und Rettungsplänen.
  • Rekrutierung und Ausbildung der Evakuierungsverantwortlichen (Räumungs- und Evakuierungsbeauftragte und –helfer, Stockwerkbeauftragte) aus der eigenen Belegschaft.
  • Schulung und Instruktion der MitarbeiterInnen.
  • Durchführung von Räumungs- und Evakuierungsübungen.
  • Nachbereitung und Zielkontrolle.

 

Mögliche Bedrohungen

  • Brand und Explosion.
  • Explosion mit Gebäudeeinsturz.
  • Androhungen von Gewalt (Bombendrohung, Sabotage, Brandlegung).
  • Stofffreisetzung (giftiger, ätzender, brennbarer oder biologische Stoffe, Radioaktivität).
  • Technische Störung (Versorgungstechnik, Betriebsmittel).
  • Ausfälle von Sicherheitseinrichtungen.
  • Naturereignisse (Hochwasser, Sturm, Unwetter, Lawinen oder Erdbeben).
  • IT-Ausfall.
  • Pandemie.

 

Unsere Leistungen

Die erfahrenen Sicherheitsfachkräfte der WINTER MANAGEMENT CONSULTING GmbH übernehmen die Erstellung der Notfall-, Räumungs- und Evakuierungskonzepte für alle Standorte Ihres Unternehmens und unterstützen Sie durch Jahrzehnte lange Erfahrung im Bereich Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz.

Für nähere Informationen zu unseren Leistungen in diesem Bereich kontaktieren Sie bitte den Ansprechpartner der WINTER MANAGEMENT CONSULTING GmbH per E-Mail office@winter-m-consulting.at oder telefonisch unter folgender Nummer: +43 (3858) 3848-11.